Mittwoch, 28. Juli 2010

Europäische Brigade in Solidarität mit den Zapatistas in Chiapas, Mexiko

8. Juli

Die Rundereise der europäischen Solidaritätsbrigade mit den Zapatistas, die vor zwei Tagen begonnen hat, wird fortgesetzt.

Die Brigade erreichte das Caracol II von Oventik, dem Sitz der Guten Regierung der Zone Los Altos von Chiapas. Hier wurden die Teilnehmenden durch die Junta selbst empfangen, welcher sie die Solidarität des Europas, das links und unten ist, entgegen brachten. Die Junta der Guten Regierung berichtete ihnen von der Gemeinde El Pozo (Autonomer Landkreis San Juan Apostol Cancuc), wo sie zu Opfern der Gewalt von Sympathisanten der Parteien PRD und PRI wurden, die am 21. Juni die companer@s dieser Gemeinde mit der Absicht, ihnen die Wasser- und Stromversorgung abzustellen, angegriffen hatten.

Angesichts der brutalen Aggression, die zwei compañeros der zapatistischen Unterstützungsbasen erlitten, kam es bedauerlicherweise zu zwei nicht-zapatistischen Toten in legitimer Selbstverteidigung. Außerdem gab es zwei Verletzte (einer von diesen, Miguel Pérez Hernández, wird von der Polizei im Krankenhaus “Vida segura” in Tuxtla bewacht). Zwei zapatistische Gesundheitspromotoren, Miguel Méndez Santís und Diego Martínez Santís, befinden sich ungerechtfertigterweise interniert im CE.RE.SO. 5 in San Cristóbal. Aufgrund der Bedrohungssituation ist die Gemeinde derzeit auf der Flucht.

Während die Regierung versucht, die Gemeinden anhand von assistenzialistischen Programmen wie Procampo oder Provivienda zu spalten, indem sie religiöse Sekten deckt oder paramilitärische Gruppen unterstützt, um Konfrontationen zu provozieren und so die Intervention der Polizei oder der Bundesarmee zu rechtfertigen, wollen die Zapatistas sich nicht mit den Mitgliedern dieser Gemeinden konfrontieren und in die Falle der schlechten Regierung geraten.

Zugleich konnten sich die Mitglieder der europäischen Solidaritätsbrigade über die Fortschritte der zapatistischen Autonomie informieren. In Bereichen wie der Agrarökologie erzählte ihnen ein Verantwortlicher, wie sie sich widersetzen und Alternativen „zum kapitalistischen System, das verlangt zu produzieren und zu produzieren und nichts der Erde zurückzugeben“ mit Projekten gegen gentechnische Kulturen wie „dem Muttersamenkorn im Widerstand“.

Auch besuchten sie die Autonome Klinik „La Guadalupana“, wo sie ihnen über die wichtigen Errungenschaften der Gesundheit erzählten, wie beispielsweise die Prävention von heilbaren Krankheiten, die zuvor zahlreiche Tode bei Kindern verursacht hatten.

„Wir Promotoren und Promotorinnen, wir fördern die Erziehung, wir lehren nicht“, sagte einer der Verantwortlichen des System der Autonomen Erziehung in der Zone Los Altos. Die Europäer_innen konnten auch etwas zu Themen wie der Funktionsweise der Justiz, den Produktionskooperativen oder kollektiven Arbeiten der rebellischen Frauen in dieser Zone erfahren.

Die europäischen Delegierten heben die Worte des Rates der Guten Regierung hervor: „Angesichts dieser politischen, ökonomischen und moralischen Schläge leisten wir weiterhin Widerstand, indem wir Bewusstsein schaffen. Wir widersetzen uns, indem wir die Hilfen der Regierung ablehnen, aber auch, indem wir unsere Autonomie besser organisieren: die Schule, die Gesundheit, neben anderen, sind Arbeitsbereiche, mit denen wir uns widersetzen. Es fällt uns schwer, aber wir möchten der Regierung beweisen, dass wir in der Lage sind, alleine zu leben und die Dinge alleine zu tun“.

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Übersetzung: Gruppe B.A.S.T.A.

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