Donnerstag, 20. Juli 2017

[Chiapas98] Indigene Gegner*innen von Gensoja beklagen Einschüchterung und Manipulationen (Poonal v. 27.6.20

[Chiapas98] Mexiko: Wachsendes Lohngefälle zu anderen autoproduzierenden Ländern (Poonal v. 7.7.2017)

Iranische Zuckerarbeiter im Kampf gegen die Erpressungen des privatisierten Unternehmens



Seit 2008 ist die Belegschaft von Haft Tapeh – einem integrierten 
Komplex aus Plantage und Zuckermühle – immer wieder in den Streik 
getreten, und hat eine eigene unabhängige Betriebsgewerkschaft 
organisiert, die trotz aller Verfolgung Verbesserungen erkämpfen 
konnte – bis 2015, als das Unternehmen auf dubiose Weise privatisiert 
wurde. Wie so viele Belegschaften im neoliberalen Iran, können sie nun 
monatelang auf ihre Löhne warten. Und werden von der 
Unternehmensleitung nicht nur beschimpft, sondern auch mit Schließung 
bedroht. Der Solidaritätsaufruf „Haft Tapeh sugar workers in Iran are 
fighting for their wages, pensions and rights!“  der 
Gewerkschaftsföderation IUF vom 14. Juli 2017 mobilisiert 
Unterstützung für die drei Forderungen der Belegschaft: Ausstehende 
Löhne bezahlen, gewerkschaftliche Rechte anerkennen – und Rücknahme 
der Privatisierung
https://www.iufcampaigns.org/campaigns/show_campaign.cgi?c=1084

30.000 bei der Solidaritäts-Demonstration mit der Pepsi Belegschaft in Buenos Aires: Der Kampf geht weiter


Am Dienstag, 18. Juli 2017 nahmen über 30.000 Menschen an der 
Solidaritäts-Demonstration mit der Belegschaft des Pepsi Cola 
–Süßwarenwerkes in Buenos Aires teil, die in der Vorwoche von der 
Polizei überfallen worden waren und ihre Betriebsbesetzung gewaltsam 
beendet – trotz massiven Widerstandes, von dem sich aber hier niemand 
gezwungen fühlte, sich zu distanzieren. Präsident Macri übte sich 
derweil in Beschimpfungen der Belegschaft und der 
Arbeitsgerichtsbarkeit (die das Entlassungsdiktat der 
Pepsi-Geschäftsleitung als illegal beurteilt hatte, im Gegensatz zur 
willigen Richterin, die die Zwangsräumung angeordnet hatte) – während 
die Gewerkschaftsbewegung einmal mehr gespalten reagiert: Während eine 
ganze Reihe von Gewerkschaften, gewerkschaftsoppositionellen Listen 
und betrieblichen Gremien zusammen mit der Belegschaft zum 
Protestmarsch zum Arbeitsministerium aufgerufen hatten, gab es während 
dieser Tage eine Reihe von Gewerkschaftsführern, die weiterhin ihre 
engen Beziehungen zur Macri-Regierung demonstrierten. Siehe dazu eine 
kleine Sammlung aktueller Beiträge
http://www.labournet.de/?p=118997

Neue Festnahmen: Wer nicht für Erdogan ist, ist TerroristIn



„Der aus Berlin stammende Menschenrechtsaktivist und IT-Experte Peter 
Steudtner ist am Montag in Istanbul unter dem Vorwurf der 
Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in Untersuchungshaft 
genommen worden. Der 45jährige war vor rund zwei Wochen während eines 
von ihm geleiteten Workshops über »Digitale Sicherheit und 
Informationsmanagement« auf der Insel Büyükada bei Istanbul von 
Antiterroreinheiten der Polizei festgenommen worden. Zusammen mit 
Steudtner wurden die türkische Landesdirektorin von Amnesty 
International, Idil Eser, die Mitbegründerin der 
Bürgerrechtsvereinigung Helsinki Citizens Assembly, Özlem Dalkiran, 
die Frauenrechtsaktivistin Ilknür Üstüm sowie ein aus Schweden 
stammender iranischstämmiger Kollege von Steudtner, Ali Gharavi, 
festgenommen. Auch sie wurden nach der Vernehmung durch die 
Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen“ – so beginnt der 
Beitrag „Des Sultans nächste Geisel“ von Nick Brauns am 19. Juli 2017 
in der jungen welt, worin der Autor vermutet, dass es dem Regime um 
einen Austausch-Deal mit der BRD gehen könnte...
https://www.jungewelt.de/artikel/314673.des-sultans-n%C3%A4chste-geisel.html

Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge
http://www.labournet.de/?p=118986

[5. August 2017] Solidaritätsfest für Sendika.org in Istanbul




„Ein Hürdenlauf gegen Zensur“ wird am 5. August 2017 in Istanbul 
gefeiert: Aus Anlass des „Jubiläums“ der 51. Blockade der Webseite von 
Sendika.org - und ihrer 51. Umgehung - wird in der Meldung „‘In Spite 
of Censorship’ Solidarity Party by sendika.org“  am 17. Juli 2017 bei 
BiaNet bekannt gegeben, worin noch kurz auf Tradition und Reputation 
der Sendika-Webseite eingegangen wird. – Ein guter Anlass auch für 
Türkei-UrlauberInnen, den nächsten Sonnenbrand zu verhindern, findet 
LabourNet Germany, näheres demnächst auf der Sendika-Webseite
http://m.bianet.org/english/media/188356-in-spite-of-censorship-solidarity-party-by-sendika-org

Siehe und beachte bitte die Spendenkampagne für die Prozesskosten von 
Sendika.org – wir planen die nächste Überweisung, sobald noch einige 
Euros dazukommen!
http://www.labournet.de/?p=115900

Herr Trumps erneut gescheiterte Gegenreform im Gesundheitswesen: Der Grund liegt nicht im Parlament



Die Berichterstattung über das Scheitern des Versuchs der 
Trump-Regierung, das Rollback selbst gegenüber den „Brosamen der 
Obamacare“ zu betreiben, wird in den Mainstream-Medien meist mit der 
Information beendet, dass es zu viele AbweichlerInnen unter den 
republikanischen Senatorinnen und Senatoren gegeben habe. Was 
einerseits schlicht zutrifft – andrerseits, und das wird in der Regel 
weniger oder gar nicht berichtet, kommen diese „Abweichungen“ vor 
allem aufgrund massiver Proteste quer durchs Land zustande: „Außerdem 
befürchtete der von der Kansas Hospital Association unter Druck 
gesetzte Politiker negative Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung 
in ländlichen Räumen. Aus diesen ländlichen Räumen kam auch Druck aus 
Bundesstaaten, die sich für einen Ausbau des Medicaid-Programms 
entschlossen hatten, auf das viele Krankenhäuser angewiesen sind - aus 
West Virginia, Ohio und Alaska, wo die Gouverneure vor einer Wahl 
zwischen geschlossenen Krankenhäusern und Steuererhöhungen gestanden 
hätten. Auch die Mainer Senatorin Susan Collins nannte als einen der 
Gründe für die Verweigerung ihrer Stimme besorgte Briefe von Wählern, 
die befürchten, dass ein Krankenhaus, das zu 60 Prozent von Medicaid 
abhängt, schließen muss“ – so wird es in dem Beitrag 
„US-Gesundheitsreform: Fristsetzung via Obamacare-Ablaufgesetz?“ von 
Peter Mühlbauer am 18. Juli 2017 bei telepolis berichtet.
https://www.heise.de/tp/features/US-Gesundheitsreform-Fristsetzung-via-Obamacare-Ablaufgesetz-3774406.html

Siehe dazu drei weitere Beiträge über den Widerstand gegen die 
Kahlschlag-Reform
http://www.labournet.de/?p=118995